Market Update

26. Februar 2026
Market Update: Rentenpyramide
Der Übergang zu kapitalgedeckten Renten hat Aktienmärkte mit strukturellen Zuflüssen aufgebläht. Steigende Pensionsvermögen trieben Bewertungen und KGVs. Dreht die Demografie, könnten Fonds zu Nettoverkäufern werden. Droht eine systemische Belastung für Märkte und Finanzstabilität?
Rentenpyramide an den Aktienmärkten: Ist eine Krise vermeidbar?
In dem Beitrag argumentiert Uzi Ben Zvi, dass der weltweite Übergang von umlagefinanzierten zu kapitalgedeckten Rentensystemen die Kapitalmärkte unbeabsichtigt zu demografischen Mechanismen gemacht hat. Was als rationale Antwort auf steigende Lebenserwartung und sinkende Geburtenraten begann, habe zu einer historisch einmaligen Kapitalballung an den Aktienmärkten geführt – mit potenziell systemischen Folgen bei einer späteren Umkehr.
Das Ausmass dieser Entwicklung ist erheblich. Wie das beigefügte Diagramm zeigt, stiegen die Pensionsvermögen in OECD-Ländern von rund 45% des BIP im Jahr 1990 auf etwa 170% heute. Gleichzeitig erhöhte sich ihr Anteil an der gesamten Aktienmarktkapitalisierung von rund 30% auf nahezu 68%. Dieses überproportionale Wachstum deutet darauf hin, dass strukturelle Zuflüsse – weitgehend unabhängig von Bewertungen – zu einem zentralen Preistreiber geworden sind.

Laut Analyse haben diese verpflichtenden Kapitalzuflüsse erhöhte Bewertungskennzahlen, einschliesslich dauerhaft hoher KGVs, begünstigt und natürliche Marktbereinigungen abgeschwächt.
Demografisch kehrt sich der Trend nun um. Sinkt das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnern bis zur Mitte des Jahrhunderts auf etwa 2:1, könnten Dividenden und Gewinnanteile nur einen Bruchteil der zugesagten Ersatzquoten finanzieren. Um die Lücke zu schliessen, müssten Pensionsfonds – heute dominierende Marktteilnehmer – dauerhaft zu Nettoverkäufern werden. Anders als bei früheren Korrekturen wäre dieser Verkaufsdruck strukturell bedingt.
Die Schlussfolgerung ist ernüchternd: Es geht nicht nur um Rentenadäquanz, sondern um eine potenzielle Herausforderung für die Finanzstabilität, die eine grundlegende Neubewertung des ökonomischen und gesellschaftlichen Vertrags moderner Rentensysteme erfordern könnte.
Pension Pyramid Dynamics in Equity Markets: Is Crisis Avoidable?
In the paper, Uzi Ben Zvi argues that the global transition from pay-as-you-go systems to funded pensions has unintentionally transformed capital markets into demographic instruments. What began as a rational response to rising longevity and declining fertility has, according to the analysis, produced an unprecedented concentration of capital in equity markets—one that may ultimately reverse with systemic consequences.
The scale of this transformation is striking. As shown in the following chart, pension assets in OECD economies have risen from approximately 45% of GDP in 1990 to around 170% today. Over the same period, their share of total equity market capitalization increased from roughly 30% to nearly 68%. This non-proportional growth indicates that structural inflows, largely independent of valuation, have become a dominant driver of asset prices.

According to the paper, persistent mandatory inflows have contributed to elevated valuation metrics, including sustained increases in P/E ratios, while dampening natural market corrections.
Demographics, however, are now reversing direction. As worker-to-retiree ratios decline toward 2:1 by mid-century, dividend income and corporate profit distributions may cover only a fraction of promised replacement rates. To close this gap, pension funds (currently holding a dominant share of equity markets) would need to become sustained net sellers. Unlike prior downturns, such selling pressure would be structural rather than cyclical.
The conclusion is sobering: this is not merely a pension adequacy issue, but a potential financial stability challenge embedded in demographic arithmetic, possibly requiring a fundamental reassessment of the social and economic contract underpinning modern retirement systems.
